Die Fragen hinter meinen Geschichten
Von Mik Hedrich · 17. Oktober 2026

Mich beschäftigt, wie wenig wir manchmal voneinander wissen und wie schnell wir trotzdem glauben, ein Urteil fällen zu können.
Jeder Mensch trägt eine Geschichte mit sich. Erfahrungen, Verletzungen, Hoffnungen. Vieles davon bleibt unsichtbar. Wir sehen eine Handlung, hören einen Satz und meinen, den Menschen dahinter zu kennen. Dabei kennen wir oft nur einen winzigen Ausschnitt.
Beim Schreiben von «Der Geist in der Flasche und wie ich ihn lieben lernte» wollte ich genauer hinsehen. Was macht uns zu den Menschen, die wir sind? Warum verlieren wir Hoffnung? Und wie finden wir wieder zueinander, wenn uns Schuld, Angst oder unterschiedliche Überzeugungen trennen?
Dazu gehören für mich auch die Fragen nach Gott, Glauben und Religion. Ich möchte verstehen, was Menschen darin Halt gibt und weshalb aus der Suche nach Zugehörigkeit manchmal Abgrenzung entsteht. Mich interessiert weniger, wer die richtige Antwort besitzt, als die Frage, wie wir miteinander umgehen, solange wir unterschiedliche Antworten haben.
Gleichzeitig fasziniert mich das Universum. Licht, das unvorstellbare Entfernungen zurücklegt. Zeitdilatation, die unsere vertraute Vorstellung von Zeit infrage stellt. Die Möglichkeit, dass irgendwo auf anderen Planeten ebenfalls Wesen leben, lieben und nach ihrem Ursprung fragen.
Solche Gedanken machen unsere Welt für mich kostbarer. Wir teilen diesen einen Lebensraum und wissen doch nicht einmal sicher, wie viel Zeit uns persönlich bleibt.
Was nach dem Tod kommt, kann ich nicht beantworten. Aber die Frage danach führt mich immer wieder zum Leben: Was hinterlassen wir in anderen Menschen? Wo hätten wir zuhören, helfen oder um Verzeihung bitten können?
Vergebung bedeutet für mich nicht, eine Verletzung kleinzureden. Sie beginnt vielleicht damit, verstehen zu wollen. Und Hoffnung damit, einem Menschen mehr zuzutrauen als seine schlimmste Entscheidung.
Diese Gedanken begleiten meine Geschichten. Ich möchte meinen Figuren Raum geben, zu zweifeln, Fehler zu machen und sich zu verändern. So, wie ich ihn uns Menschen wünsche.
Wie siehst du unsere Welt und was gibt dir Hoffnung?
